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VON LAURENBURG NACH LAHNSTEIN – EINE FAHRRADTOUR ENTLANG DER LAHN

Von der Quelle bis zur Mündung der Lahn verspricht der Lahnradweg knapp 250 km entspannten Fahrradspaß mitten in der Natur. Die rund 40 km entlang der unteren Lahn von Laurenburg bis nach Lahnstein zählen dabei zweifelsohne zu der landschaftlich schönsten Etappe des gesamten Wegs. In dem folgenden Beitrag nehmen wir euch mit auf diese Tour. Viel Spaß dabei!

Es ist Sonntag. Die Sonne scheint. Es riecht nach Sommer und frisch gemähter Wiese. Wir starten unsere Fahrradtour auf dem Parkplatz am Bahnhof in Laurenburg und überqueren zunächst die Lahn, um auf den angrenzenden Fahrradweg zu gelangen. Von der Brücke aus können wir bereits die erste Sehenswürdigkeit aus der Ferne begutachten. Allerdings muss ein kurzer Blick über die Schulter und ein schnelles Foto der Burg Laurenburg ausreichen, wir haben schließlich noch einiges vor!

Der erste Abschnitt der Strecke führt entlang einer kaum befahrenen Straße. Nur ein paar Motorradfahrer, die ebenfalls das schöne Wetter nutzen, begegnen uns hin und wieder. Nach wenigen Kilometern beginnt nun der Radweg direkt an der Lahn. Das strahlende Grün der steilen Hänge und das dunkle Blau der sich sanft neben uns schlängelnden Lahn geben eine malerische Kulisse ab und wir haben bereits Schwierigkeiten uns auf den vor uns liegenden Weg zu konzentrieren. Nach knapp sieben Kilometern erreichen wir die erste Ortschaft: Obernhof. Wir können unseren Augen kaum trauen, als wir an den steilen Hängen plötzlich Weinreben entdecken. Doch wie sich herausstellt, kann Obernhof auf eine fast 800 Jahre alte Tradition im Weinbau zurückblicken. Von einem jungen Dorfeinwohner lassen wir uns erklären, dass der Ort vor allem für seinen fruchtigen Spätburgunder bekannt ist. Am Ufer der Lahn in Obernhof herrscht ein buntes Treiben. SUP- und Kanufahrer sowie Badegäste suchen hier bereits nach Abkühlung. www.lahntalliebe.de/nassau

Für den nächsten Streckenabschnitt verlassen wir die Lahn für einen Moment und machen uns über eine Brücke auf den Weg zum Kloster Arnstein. Hier beginnt das steilste Stück unserer Etappe. Hatten wir etwas von entspanntem Fahrradspaß gesagt? Nach einem kurzen, aber knackigen Anstieg haben wir die nächste Sehenswürdigkeit erreicht: Das Kloster Arnstein thront hoch über der Lahn. Der Blick über das Lahntal ist wahrlich einmalig. Wir stellen die Fahrräder vor dem Eingang des Klosters ab und folgen einem schmalen Weg hinauf zur Kapelle. Dort angelangt, gönnen wir uns eine kleine Pause in dem kühlen Bauwerk, dessen Geschichte bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht.

Wir setzen unsere Reise fort in Richtung Lahnstein. Die gute Nachricht: Wenn es erst steil berghoch geht, geht es in der Regel danach auch wieder steil bergab und wir können uns kilometerlang durch das Waldstück hinter dem Kloster hinunterrollen lassen. Die schlechte Nachricht: Bei der anspruchsvollen Belastung, wird es anscheinend auch der Fahrradbremse zu heiß und es hört sich den ganzen Weg hinunter an, als würde ein Zug in einen Bahnhof einfahren. Nun ja, so konnten wir uns wenigstens das Klingeln sparen.

Langsam, aber sicher gelangen wir wieder zurück an die Lahn. Danach passieren wir die Schleuse Hollerich und begeben uns auf direktem Weg in Richtung Nassau. Entlang der Lahn fahren wir noch einige Kilometer. Die Burg Nassau weist uns den Weg. Wir passieren das historische Dausenau und gelangen schließlich nach Bad Ems. Im Sommer 2021 wurde der staatliche Heilkurort von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Beim Anblick des barocken Badeschloss und des Kursaalgebäudes fühlen wir uns in eine andere Zeit versetzt. Wir können uns bildlich vorstellen, wie hier einst die Elite der Welt durch den angrenzenden Kurpark flanierte. Nahezu jedes Haus an diesem Ort ist instagrammable, wie wir heute so schön sagen würden. 😉 Einen kleinen Ausschnitt haben wir euch hier verewigt. www.lahntalliebe.de/badems

Wir fahren weiter, vorbei an der beliebten Emser Therme in Richtung Fachbach. Hier lädt ein Camping & Beachclub zum Verweilen ein. An diesem schönen Sommertag herrscht hier an Land und im Wasser Hochbetrieb. Links und rechts des schmalen Fahrradwegs genießen zahlreiche Familien das schöne Wetter und das kühle Nass der Lahn. Wir steigen von den Rädern ab und würden uns am liebsten sofort dazugesellen. Aber da wir noch einige Kilometer vor uns haben, passieren wir die Urlaubsidylle zu Fuß und schwingen uns anschließend wieder in den Sattel.

Auf dem letzten Streckenabschnitt in Richtung Lahnstein passieren wir noch die beschaulichen Dörfer Nievern, Miellen und Friedrichssegen. Kurz vor Lahnstein müssen wir dann doch noch eine Vollbremsung einlegen. Wir haben es gefunden! Unser persönliches Traumhaus! Versteckt hinter ein paar alten, knochigen Bäumen eröffnet sich uns der Blick auf eine alte Stadtvilla direkt an der Lahn. Davor steht eine lange Tafel, über der eine bunte Girlande schwebt und frische Blumen den Tisch zieren. Wir stellen uns vor wie hier wohl bis spät in die Nacht unter freiem Himmel gelacht und getanzt wird. Die perfekte Kulisse für den nächsten Rosamunde Pilcher Film.

Dann erkennen wir schon das Ziel unserer Reise: Hoch über Lahnstein thront die dritte und letzte Burg auf unserer Tour – Burg Lahneck. Wir fahren noch ein paar wenige Kilometer weiter und dann ist es auch schon so weit: Die kleine, beschauliche Lahn mündet schließlich in den großen Rhein. Wir werden fast ein bisschen sentimental bei diesem Anblick. Doch der Magen grummelt und so treten wir die letzten Meter noch einmal kräftig in die Pedale, bis wir schließlich eine große Wiese erreichen, hinter welcher sich dann nun wirklich das allerletzte eindrucksvolle, historische Gebäude dieser Etappe preisgibt: Das Schamott-Schlösschen, in welchem sich die Gasthausbrauerei Maximilians Brauwiesen mit einladendem Biergarten befindet. Hier lassen wir uns nieder und belohnen uns mit einer zünftigen Mahlzeit bevor wir uns schließlich auf den Weg zum Bahnhof Niederlahnstein begeben. Endlich sitzen wir im Zug. Müde, aber glücklich von den ganzen schönen Eindrücken der letzten Stunden, die jetzt noch einmal an uns vorbei ziehen wie in einem Film, der rückwärts abgespult wird. Die Sonne steht schon tief und der Tag neigt sich dem Ende zu als wir wieder zuhause ankommen.

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Euer THM Projekt Team

*** Alle angegebenen Informationen beruhen auf persönlichen Erfahrungen und entsprechen unseren eigenen Einschätzungen. Bei der Auswahl aller Lokalitäten mussten wir eine Eingrenzung vornehmen. Die Bandbreite an Attraktionen ist natürlich wesentlich größer als hier abgebildet. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Entdecken! ***

5 Tage unterwegs auf der Lahn von Diez bis Bad Ems

Kanufahren? Ich? Und dann noch fünf Tage hintereinander auf der Lahn? Ist das was für mich? Schaffe ich das überhaupt? Diese Gedanken schossen durch meinen Kopf als ein guter Freund diese für mich „abwegige“ Idee für den nächsten Urlaub vorschlug. Nach diesen fünf Tagen wusste ich es besser…

Tag 1 – Start Diez – Lahn-Kilometer 84
Muss das wirklich sein? Das Städtchen Diez gefiel mir sofort mit seiner gemütlichen Altstadt, den Kaffees und dem Grafenschloss oben am Berg – ich hätte auch den Tag hier verbringen können, aber wir starteten durch. Sieben Kilometern bis nach Balduinstein in einem Kanu paddeln? Erstaunlicherweise klappte es sehr gut und die Landschaft mit den steilen, dicht bewaldeten Uferhängen, Streuobstwiesen und dem Grün am Uferrand ließ mich meine Müdigkeit irgendwann fast vergessen. Wir haben sogar eine Weltberühmtheit gesehen – das Gebäude der Quelle des Heilwassers Staatl. Fachingen. Das Panorama Balduinsteins mit der Burgruine Balduin und dem Schloss Schaumburg war dann aber doch eine doppelte Freude – ein toller Anblick und die Aussicht auf Ausruhen…

Tag 2 – Start Balduinstein – Lahn-Kilometer 91
Mit Muskelkater in den Armen soll ich heute wirklich zwölf Kilometer von Balduinstein nach Laurenburg paddeln? Aber nur als Steuerfrau! Naja, auf die beiden Schleusen in Cramberg und Scheid war ich schon gespannt. Die Tour hat mich dann ein bisschen an den Grand Canyon auf Wasser erinnert – die Lahn verläuft an vielen Stellen wie durch eine Schlucht umgeben von steilen Hängen. Ich hätte gerne noch das Schloss Schaumburg besucht, das man auf der Anhöhe sehen kann – beim nächsten Mal. Habe ich beim nächsten Mal gesagt?

Tag 3 – Start Laurenburg – Lahn-Kilometer 101
Heute klappte das Paddeln schon besser. Vielleicht lag es auch daran, dass das Ziel das Lahnweindorf Obernhof hieß oder weil die Etappe kurz und auch für Ungeübte leicht zu bewältigen ist. Startpunkt war Laurenburg mit der über dem Ort thronenden Burg Laurenburg und ich stellte mir auf der gesamten Strecke vor, wie ich mit einem Glas Lahnwein auf der Terrasse einer Winzerstube sitze – ich wurde nicht enttäuscht.

Tag 4 – Start Obernhof – Lahn-Kilometer 110
Am vorletzten Tag freue ich mich schon richtig auf einen Tag im Kanu inmitten der Natur und war sogar etwas enttäuscht, dass heute „nur“ noch nicht einmal sieben Kilometer angesagt waren. Aber auf dieser Etappe bekam ich viele neue Ideen für einen Besuch an der Lahn – einladende Campingplätze, der Hafen Hollerich mit der Charterbasis für Hausboote oder das mittelalterliche Nassau mit Burg und Bergfried.

Tag 5 – Start Nassau – Lahn-Kilometer 117
Leider schon der letzte Tag – und von Muskelkater war auch nichts mehr zu spüren. Dafür wurde es auf den letzten elf Kilometern zwischen Nassau und Nievern nochmal historisch: Burg Nassau, Stammsitz zahlreicher europäischer Monarchien, mittelalterliche Bauten mit Wehrturm und Stadtmauer in Dausenau sowie die Architektur der Barock- und Bäderzeit des Weltkulturerbes Bad Ems. Fünf Tage Lahn waren was für mich – ich komme wieder!